Gründe für Katzenkastration

Jede kastrierte Katze bedeutet weniger Katzenelend

Zentrales Thema: Viele alte Glaubenssätze kursieren noch immer in den Köpfen der Menschen. Zum Beispiel: „wenn die Katze kastriert wird, dann fängt sie keine Mäuse mehr“ oder Leute sind der Meinung, „eine kastrierte Katze wird fett“. Dass das nicht so ist, sollte sich nun doch endlich herumsprechen. Dass Katzen Mäuse fangen hat mit dem Hormonen nichts zu tun, sie tun es, weil es in ihrer Natur liegt. Natürlich wird der Energiebedarf herabgesetzt. Füttert man gleich weiter, dann wird die Katze zunehmen, d.h. das Futter muss dem Bedürfnis angepasst werden. (1) Wir haben uns mit Hilfe einer Sensibilisierungskampagne zum Ziel gesetzt, die Vorteile der Kastration von Freigängerkatzen aufzuzeigen und die Katzenhalter anzuregen ihre Tiere, egal ob männlich oder weiblich, kastrieren zu lassen. Denn durch die unzähligen unkastrierten Tiere wird das Problem der Streunerkatzen immer größer, denn jede verwilderte Katze ist die Folge eines verantwortungslosen Umgangs mit Hauskatzen.

Gründe: Das Problem der Streunerkatzen in Südtirol mit all seinen negativen Erscheinungen, ist hausgemacht

Katzenkolonien entstehen weil:

  • unkastrierte Hauskatzen ausgesetzt werden
  • durch zu viele Katzen, wie z.B. auf Höfen, die jüngeren Katzen von den alteingesessenen verjagt werden (2) und diese dann heimatlos geworden, eine neue Kolonie gründen
  • weil unkastrierte Katzen ganz einfach ihre Natur ausleben und mindestens zweimal jährlich Nachwuchs bekommen
  • die verwilderten Katzen sehr scheu und misstrauisch geworden sind und dadurch das Einfangen und die Vermittlung sehr schwierig ist

Sinn der Kastration: Die Sinnhaftigkeit, eine Kastration bei seinem Kätzchen durchzuführen, ist recht simpel und kann in ein paar Worten erklärt werden: Katzen werden in der Regel mit ca. einem halben Jahr geschlechtsreif und können sich nun fortpflanzen. Würde man den Tieren freien Lauf lassen, dann wäre die Welt in ein paar Jahren mit verwilderten Katzen überfüllt, die sich in den Dörfern und Städten aufhalten. (3)

Unser Ziel: Mit der Kampagne wollen wir aufzeigen, dass mit wenig (einer Kastration) viel Tierelend verhindert werden kann. Wer einmal junge Katzen elend zugrunde gehen sah, fragt nicht mehr nach den Sinn von Kastrationen. Leider ist das Elend oft nicht sichtbar, da verwilderte Katzen sich gut verstecken. Gaby Classen vom Katzenschutzbund Mönchengladbach erzählt aus über 20-jähriger Erfahrung, warum wir auf unseren Straßen nicht massenweise Katzen sehen: »Die Streuner haben meistens ein schlimmes Schicksal hinter sich und versuchen nun, sich mit der Situation draußen zurecht zu finden. Sie sind äußerst misstrauisch und meiden den Menschen, weil sie oft schlechte Erfahrungen gemacht haben. (4)

Vorteile von Kastrationen:

  • durch die Hormonumstellung lösen sich viele Verhaltensprobleme, z.B. nehmen Revierkämpfe ab
  • Aggressionen unter den Katzen, die teilweise auf relativ geringem Terrain (meist mit eingeschränktem Nahrungsangebot) zusammen leben müssen, sind erheblich geringer (5)
  • Katzen entfernen sich nicht mehr so weit von ihrem Wohnort, da sie nicht mehr auf „Partnersuche“ gehen, sie werden standorttreuer
  • Dadurch verletzen sie sich weniger und werden seltener zu Unfallopfern
  • Erkrankungen wie FPV (Katzenseuche), Katzenschnupfen, FeLV (Katzenleukose), FIV (Katzenaids), Tollwut (auch für den Menschen tödlich) und Mycoplasma Haemofelis (durch Bisswunden – verursacht eine schwere Anämie) nehmen ab, da sie sich weniger verletzen und dadurch Epidemien die sexuell oder über das Blut übertragen werden, abnehmen. Auch beim Deckakt (Nackenbiss) besteht eine große Gefahr für die Übertragung von sehr ernsten Virus Erkrankungen. (6)
  • Kastrationen dienen auch dem Schutz von Katzen die ein Zuhause haben, denn diese können sich genauso anstecken (5)
  • Des weiteren nehmen Tumore wie Gebärmutterkrebs oder Prostatakrebs ab
  • unkastrierte Katzen leiden weniger unter der so genannten „Dauerrolligkeit“. (7) Wird eine unkastrierte Katze dauerhaft in der Wohnung eingesperrt, so wird sie regelrecht „hormonell vergiftet“ (1)
  • Allgemein nimmt das Katzenelend ab. Verwilderte Hauskatzen hungern, frieren, werden überfahren, leiden an Infektionen, Parasiten und leiden mitunter unter Verfolgung durch Unverständnis. Sie sterben oft jung und qualvoll.
  • Inzucht, mitsamt seinen Entartungen nimmt ab
  • Es werden weniger Singvögel gejagt und getötet (8)
  • Katzenkolonien nehmen ab – eine weibliche Katze hat bis zu 20 Nachkommen pro Jahr, ein Kater um ein Vielfaches mehr (9)
  • Vermeidung von Schwergeburten bei Welpenmüttern. „Für sehr junge Katzen ist eine Schwergeburt (noch dazu in freier Natur) in der Regel das Todesurteil.“ 
  • Das Zusammenleben von Mensch und Katzen wird wesentlich angenehmer, kastrierte Katzen sind weniger aggressiv und dafür verspielter. (1)
  • Letztendlich werden Steuergelder gespart, da weniger Elend auch weniger medizinische Versorgung und weniger Kosten bedeutet

Erreichen möchten wir alle Katzenhalter, vor allem diejenigen, die ihre Vierbeiner frei laufen lassen. Das sind natürlich Bauernhöfe, aber genauso die Katzenbesitzer in den Stadtwohnungen. Zudem ist es wichtig, dass Personen, die verwilderte Katzen füttern, für deren Kastration verantwortlich sind und die Kastrationen veranlassen. (7)Auch möchten wir dazu beitragen, dass nicht mehr unzählige unerwünschte Katzenkinder kurz nach der Geburt ertränkt, erschlagen, an die Wand geschmettert oder lebend in der Mülltonne entsorgt werden. Ganz davon abgesehen, dass jede, nicht gerechtfertigte Tötung verboten ist und unter Strafe steht: Landesgesetz vom 15.Mai 2000, Nr.91: 2.1. „Niemand darf ungerechtfertigterweise einem Tier Schmerzen oder Schäden zufügen“…, Weiters unter 2.3. … „betreffend den Tierschutz bei der Schlachtung, darf grundsätzlich die Tötung ausschließlich durch Euthanasie von einem Tierarzt vorgenommen werden, der zu diesem Zweck eine entsprechende Bestätigung ausstellt“. Vor der Anschaffung eines niedlichen Kätzchens sollten sich zukünftige Katzenbesitzer klar sein, dass die anstehende Kastration und auch sonstige ärztliche Versorgung Geld kostet. Wir appellieren an die Vernunft und das Gewissen jedes Tierbesitzers, sich durch Kastration seines Tieres am Tierschutz zu beteiligen. (10) Erreichen möchten wir aber auch die Verantwortlichen von Gemeinden und der öffentlichen Hand, dieses Problem, das von alleine nicht kleiner wird, ernst zu nehmen und langfristig Aktionen zu setzen. Österreich verlangt durch das Bundestierschutzgesetz seit 2005, dass freilaufende Katzen kastriert werden müssen. Immer mehr deutsche Städte, wie Paderborn, Bremen u.a. führen die Pflichtkastration ein.

Als Straßen- oder Streunerkatzen werden ehemalige Hauskatzen und ihre Nachkommen bezeichnet, die herrenlos und auf sich allein gestellt leben. Straßenkatzen sind verwilderte Hauskatzen und nicht zu verwechseln mit den echten Wildkatzen (Felis sylvestris). (11) Als domestizierte Haustiere sind Katzen nicht mehr in der Lage, sich und ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen. (12)

Füttern von verwilderten Katzen Da es sich ja nicht um „Wildkatzen“ handelt, die zudem in Deutschland vom Aussterben bedroht sind, sondern um ausgesetzte domestizierte Katzen, ist das Füttern absolut nötig. Natürlich müssen diese Katzen auch kastriert werden. Das Füttern zu untersagen widerspricht jeden Tierschutzgedanken und stufen wir, als Initiative Katzenhilfe Südtirol, als Tierquälerei ein.

Was heißt „Unnatürlich“ Jemand sagt, dass die Sterilisation bzw. Kastration für Tiere etwas Unnatürliches sei und dass es sich um eine Gewaltanwendung handelt… doch die Höfe, die Keller, die Dächer der Garagen, sind diese natürlich? Katzenjungen, die in Plastiktüten in die Mülltonne geworfen werden, ist das natürlich? Die Gleichgültigkeit gegenüber notleidenden Katzen, ist sie natürlich? Das alles sind keine Gründe, sondern nur bequeme und scheinheilige Äußerungen(13) 

Durch das Domestizieren wurden die Tiere aus dem Ökosystem herausgenommen, und ihre Fortpflanzung wird nun nicht mehr länger auf natürliche Weise durch Raubtiere oder den Lebensraum reguliert. Daraus resultiert eine Übervölkerung, die ein weiträumiges Kastrieren erforderlich macht. (10) Ob es hinsichtlich der Problematik Sinn macht, über Natürlich bzw. Unnatürlich von Kastrationen nachzudenken, muss wohl jedem selbst überlassen werden. Für uns ist die Kastration und somit die Verhinderung von weiteren Elend der Weg der geringsten Schuld.

Was heißt Rolligkeit: Die paarungsbereite Zeit einer Katze kündigt sich mit der Rolligkeit an, die etwa vier Tage dauert und durch ausdauerndes Geschrei und Unsauberkeit der Katze gekennzeichnet ist. Wenn keine Paarung stattfindet, wiederholt sich die Rolligkeit alle zehn Tage. Geschlechtsreife Kater durchstreifen auf der Suche nach paarungsbereiten Katzen oft tagelang ausgiebig die Gegend und markieren die Grenzen ihrer Reviere mit einem übelriechenden Sekret, das mit dem Harn versprüht wird. Während dieser Zeit befinden sich die Kater in einer Art „Liebestaumel“ und sind durch den Straßenverkehr besonders gefährdet, weil sie die Gefahren ihrer Umwelt nur bedingt wahrnehmen. (14)

Erkrankungen: Erkrankungen wie FPV (Katzenseuche), Katzenschnupfen, FeLV (Katzenleukose), FIV (Katzenaids), Tollwut (auch für den Menschen tödlich) und Mycoplasma Haemofelis (durch Bisswunden – verursacht eine schwere Anämie) nehmen ab, da sie sich weniger verletzen und dadurch Epidemien die sexuell oder über das Blut übertragen werden, abnehmen. Auch beim Deckakt (Nackenbiss) besteht eine große Gefahr für die Übertragung von sehr ernsten Virus Erkrankungen. (6) FIP (feline infektiöse Peritonitis) wird durch den Kot übertragen.

Definition Sterilisation und Kastration In der Regel wird bei beiden Geschlechtern eine Kastration durchgeführt, man entfernt operativ die Keimdrüsen. Dazu zählen bei der Kätzin die Eierstöcke und beim Kater die Hoden. Spricht man von einer Sterilisation werden diese Keimdrüsen nur unterbunden und die Hormonbildung (Östrogen=♀, Testosteron=♂) bleibt bestehen. Die Kätzin wird weiterhin rollig, was für sie Stress bedeutet, und der Kater wird weiterhin markieren und sein Revier verteidigen. (15)

Wann soll Kastriert werden Katzen sollten vor der Geschlechtsreife kastriert werden. Natürlich kann das Kastrieren unbedenklich in fast jedem Erwachsenenalter durchgeführt werden. Nach der Operation brauchen die Tiere ein paar Tage, um sich wieder vollständig zu erholen.

 Frühkastration „Eine Katze erreicht ihre Geschlechtsreife heute mit durchschnittlich 5 Monaten! Im Herbst geborene Kätzinnen sogar noch früher; mit 3-5 Monaten. Dies sind gesicherte medizinische Fakten, nachzulesen zum Beispiel im veterinärmedizinischen Standardwerk „Katzenkrankheiten“ der Professoren Kraft und Dürr.“

Wo kann kastriert werden: Jeder Tierarzt, der eine Kleintierpraxis betreibt, kastriert Katzen. Manche Großtierärzte.

Anmerkung zu Hunden: Für Hunde gelten dieselben Gründe, auch sie sollten kastriert werden (13)

 Datei:  Gründe für Katzenkastration