Landesweite Kastrationskampagne beginnt

 Landesweite Kastrationskampagne beginnt

Geringer Aufwand hilft großes Tierelend zu verhindern

In monatelanger, intensiver Zusammenarbeit mit der Abteilung Landwirtschaft, der autonomen Provinz und dem landestierärztlichen Dienst, hat die „Initiative Katzenhilfe Südtirol“ ein landesweites Kastrationsprojekt für Freigänger-Katzen erarbeitet. Der Startschuss für die Sensibilisierungs-Kampagne soll symbolisch zum Welttierschutztag am 4.Oktober erfolgen.
Das repräsentative Projekt ist auf zwei Säulen aufgebaut: Während die Arbeitsgruppe „Initiative Katzenhilfe Südtirol“ als Ideenträger Hintergrundinformationen, Sinnhaftigkeit, Vorteile, Gründe und Ziele der Kampagne erarbeitet und präsentiert hat, fungiert das Land als durchführender Finanzträger.
Sinn und Notwendigkeit der Aktion sind einleuchtend und mit wenigen Worten zu erklären: Nicht kastrierte Tiere – egal ob Katze oder Kater – pflanzen sich nach ihrer Geschlechtsreife mit ca. einem halben Jahr, unkontrolliert fort. Resultat dieses verantwortungslosen menschlichen Handelns ist der unerwünschte Nachwuchs unzähliger herrenloser Tiere, kurz gesagt, eine unglückliche Verkettung nimmt ihren Lauf. Verwilderte, heimatlose Tiere hungern und frieren, werden oft zu Unfallopfern oder Überträgern ernstzunehmender Viruserkrankungen.
Auch in Südtirol ist das Problem der Streuner-Katzen hausgemacht, denn jedes verwilderte Tier ist nur Folge eines verantwortungslosen Umgangs mit Hauskatzen. Die Kampagne appelliert an die Vernunft und das Gewissen aller Katzenhalter, die ihre Vierbeiner frei laufen lassen. Aber auch die Verantwortlichen von Gemeinden und der öffentlichen Hand sind aufgefordert das Problem, welches von alleine nicht kleiner wird, ernst zu nehmen und langfristig Aktionen zu setzen.
Der alte Glaubenssatz , Kastration sei etwas „Unnatürliches“, muss aus den Köpfen verschwinden. Wenn etwas unnatürlich ist, dann ist es die Gleichgültigkeit gegenüber notleidenden Katzen. Das „Entsorgen“ von Katzenkindern in Mülltonnen, das Erschlagen und Ertränken, das von der Grausamkeit ganz abgesehen, unter Verhängung hoher Strafen, gesetzlich verboten ist.
Durch das Domestizieren, das Herausnehmen der Tiere aus dem natürlichen Ökosystem, hat der Mensch auch eine Aufgabe und Verantwortung übernommen. Die daraus resultierende Überbevölkerung macht ein weiträumiges Kastrieren erforderlich und die anstehende Kampagne ermahnt jeden Tierbesitzer, sich seiner Verantwortung zu stellen.

Susanne Rude „Initiative Katzenhilfe Südtirol“