ich lebe vegan, weil…

Moralische, ethische, Umwelt-schützende und gesundheitliche

Gründe für meine vegane Lebensweise

Wenn ich mich so umschaue, fällt mir auf, dass die allermeisten Menschen schon im Kindesalter konditioniert werden Fleisch zu essen, ohne bewusst „Ja“ oder „Nein“ sagen zu können – ja ohne zu wissen, dass sie gerade dabei sind Tiere zu verspeisen, die sie noch am Vortag am Hof so niedlich fanden und gestreichelt haben. Und genau
hier beginnt bereits die Doppelmoral: Auf der einen Seite werden uns die Tiere
– auch in Märchen und Kinderbücher – als Kuscheltiere und Freunde des Menschen
vermittelt, die es zu lieben und zu schützen gilt und auf der anderen Seite
scheint es völlig „normal“ zu sein, unsere Freunde zu essen.

Auch ich bin so aufgewachsen, obwohl ich immer eine herzliche Verbindung mit allen Tieren hatte. Ich habe Fleisch von Kühen und Hühnern und Schweinen und Hasen gegessen und kuschelte gleichzeitig mit meiner geliebten Hauskatze und meinem Hund. Später fand ich dann meinen Traumjob im Tierheim Bozen und pflegte Tag ein Tag aus, Sonntage wie Feiertage mit Hingabe und Liebe ausgesetzte und misshandelte Katzen und Hunde – und ging dann in meiner Mittagspause – gedankenlos! – ein Salami bzw. Mortadellabrot essen.
Evi Brugger

Irgendwann überkam mich der Gedanke: „Mein Gott, ich esse ja ein Tier!“ – das jetzt zwar nicht mehr als solches zu erkennen ist, was nichts an der Tatsache änderte, dass es ein Tier ist und war und sterben musste, damit ich es essen kann. Ich war über diese
Erkenntnis immens schockiert und gleichzeitig unendlich traurig darüber, dass
ich diese Verbindung nicht schon früher gesehen hatte. Ich entschied in diesem
Moment bewusst mich ab sofort vegetarisch – und später schließlich, als
konsequenten Schritt – vegan zu ernähren. Das war vor 20 Jahren.

Seitdem setze ich mich intensiv und mit ganzem Herzen für die Rechte aller Tiere ein, denn es werden nicht nur für die Ernährung weltweit jährlich über 50 Milliarden Tiere und über 100 Milliarden Meerestiere getötet, sondern auch Milliarden von Tieren in Gefangenschaft gehalten gequält und schließlich getötet für Kleidung, Kosmetika, Medikamente, Sport (z.B. Military Reiten), Jagd, Zirkusse, Zoos, Belustigungen/Wetten
(Tierkämpfe), Traditionen u.a.m.

In unserer Gesellschaft gilt es als völlig normal und moralisch zulässig, Haustiere, Wildtiere und sogenannte Nutztiere zum „Wohle“ des Menschen auszubeuten – ohne zu hinterfragen. Der Mensch verleiht sich mit der Macht des Stärkeren das Recht
des Stärkeren – als Grundlage für Ausbeutung, Quälen und Töten von Tieren. Er gibt sich einen höheren Wert und schließt die Mitgeschöpfe Tiere aus den sonst allgemein geltenden ethnischen Wertmaßstäben aus. Gerade diese Haltung müsste uns doch zu bedenken geben, ob sie moralisch zu vertreten ist oder nicht.

Eine entwickelte, „zivilisierte“ Spezies, die mächtig und überlegen ist, gilt doch als eben solche (zivilisiert), weil sie sich verantwortungsvoll und mitfühlend schwächeren Lebewesen gegenüber verhält, diese unterstützt und vor brutalen Übergriffen schützt! Was/wie sind wir also?

Natürlich sind Mensch und Tier nicht gleich zu sehen, jede Art hat ihre Eigenheiten und Bedürfnisse, aber auch Tiere leben gerne, sind fühlende Wesen: empfinden Trauer,
Schmerz, Freude und Angst
!

Vegan leben bedeutet nicht nur verantwortlich mit der eigenen Machtposition umzugehen und sich Tieren gegenüber dementsprechend zu verhalten, sondern wirkt sich positiv auf uns selbst, auf unsere Gesundheit, die Umwelt und das Klima aus, sowie auf den Welthunger und damit die Menschenrechte aus und bedeutet ein bedingungsloses Ja zum Leben – denn, es ist im Grunde nicht in Worten zu fassen, was immer noch tagtäglich geschieht:

Weltweit hungern eine Milliarde Menschen!

40 Millionen Menschen sterben Pro Tag!!

Jede Sekunde stirbt auf diesen Planeten ein Mensch an Hunger!!!

Und dies, weil wir statt diese Menschen zu unterstützen – ausbeuten!!! indem wir ihre Felder, für die Produktion von Getreide und Soja verwenden (dafür auch Wald vernichten) – um es schließlich an unsere „Nutztiere“ zu verfüttern!

Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Probleme 12 Milliarden Menschen mit pflanzlicher Kost ernähren, hingegen mit dem herkömmlichen Fleischverzehr nur 2 Milliarden.

Wer Fleisch isst, ist auch verantwortlich für alles was mit Fleischverzehr zusammenhängt.

Denn:
– Für 1 kg Fleisch benötigt man je nach Tierart bis zu 16 kg Getreide.

– 70% der Wasserressourcen fließen in die Landwirtschaft insbesondere in
die Fleischindustrie: für 1 Kg Fleisch werden ca. über 20 Tausend Liter Wasser
und für 1 l Milch 1000 l Wasser benötigt. Bei einer veganen Ernährung spart man
so 5 Millionen l Wasser im Jahr, d.h. man könnte ununterbrochen 24 Std. für 365
Tage im Jahr duschen.

– Außerdem produziert die Massentierhaltung bspw. in den Vereinigten
Staaten 130 mal mehr Exkremente, als die gesamte Bevölkerung zusammen: 40
Tausend kg pro sec. Diese Unmengen von Gülle gelangen wiederum ins Grundwasser.

– In den letzten 60 Jahren wurde mehr als 40% des Regenwalds zerstört
(grüne Lunge). Veganer retten ½ Hektar Wald im Jahr.

– Die Weltmeere werden zunehmend leergefischt.

Es bestehen immer noch diverse Vorurteile gegen eine vegane Ernährung, obwohl allgemein bekannt ist, dass Millionen von Menschen wegen Fehlernährung, insbesondere durch Fleisch, Fisch und tierischer Fette (Käse = gesättigte tierische Fette) an Übergewicht mit all seinen Folgen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfällen, Osteoporose, Diabetes u.a.m. leiden und sterben. (Auszug aus „Vegan“ von Dr. Med. Ernst Walter Henrich) Doch dies wird hingenommen und durch gezielt falsche Informationen der Lobbyisten der sogenannten Nutzindustrie, sowie der
Interessensvertreter der Fleischindustrie gefördert.

Eine gut geplante vegane Ernährung ist jedoch, laut ADA (Amerikanische Gesellschaft für Ernährung), für alle Lebenszyklen geeignet, sogar für Schwangere, in der Stillzeit und in der frühen und späteren Kindheit und die gesündeste Kostform für die Menschheit.

Die Verfütterung von pflanzlicher Nahrung zur Erzeugung von auch noch gesundheitlich bedenklich tierischen Produkten ist eine Verschwendung der Ressourcen – und im Grunde ein Skandal!

Es ist für mich ist unbegreiflich, wie der Mensch mit seinen Mitgeschöpfen, den Tieren umgeht. Jeder Fleischesser sollte mindestens ein Mal in einem Schlachthof oder bei
einem Tiertransport anwesend sein und sich das Gemetzel und die Qualen, sowie
die Schreie und Ängste der Tiere anhören bzw. spüren.

Mit diesem Wissen weiterhin Fleisch zu essen ist für mich ein Verbrechen. Bereits Einstein hatte bei der Beurteilung der menschlichen Intelligenz festgestellt, dass der Mensch durch den Verzehr von tierischen Produkten nicht nur sich und seine Gesundheit schädigt, die tierischen Mitgeschöpfe brutal ausbeutet und den Hungertod
verursacht, sondern auch die Umwelt massiv schädigt, obwohl diese zum Überleben
auf der Erde zwingend nötig ist. Er säge sozusagen den Ast ab, wo nicht nur er
selbst, sondern auch seine Kinder und Enkel sitzen.

Jeder Einzelne ist verantwortlich und entscheidet jeden Tag, ob er durch den Konsum von tierischen Produkten den Auftrag für brutale Ausbeutung, Quälen und Töten von Tieren, sowie für die Zerstörung der Umwelt erteilt.

Sich für die vegane Lebensweise zu entscheiden ist ganz einfach:  entscheide JETZT!

„Nichts wird die Gesundheit der Menschen und die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur veganen Ernährung“. (Albert Einstein)

Evi Brugger