Menschen die Tiere misshandeln, belassen es selten dabei

Presseaussendung zum Welttierschutztag 04.10.2012

Menschen die Tiere misshandeln, belassen es selten dabei …

Gelebter Tierschutz ist auch gelebter Menschenschutz. Das möchten wir, die Initiative für Tierrechte Südtirol, heute am Welttierschutztag aufzeigen, denn Gewalttaten gegenüber Tieren werden laut Experten schon lange als Anzeichen für eine gefährliche psychische Störung angesehen, die sich nicht alleine auf Tiere beschränkt. So zeigen Forschungen in der Psychologie und der Kriminologie, dass Menschen, die Gewalttaten an Tieren ausüben, es oftmals nicht dabei belassen; viele von ihnen machen am Mitmenschen weiter.
„Psychiater und Ermittler beobachten seit Jahren, dass auffällig viele Mörder, Vergewaltiger und Totschläger in ihrer Jugend Tiere gequält haben. Amerikanische Forscher ermitteln bei Sexualstraftätern einen Anteil von fast
70 % Tierquälern. „…Offenbar ist Tierquälerei ein Warnzeichen…“, so der «Spiegel» im August 2005 in einem Bericht über den Serienmörder Frank Gust. Auch „Mörder fangen oft damit an, dass sie als Kinder Tiere quälen und umbringen,“ so Robert K. Ressler, der für das FBI Profile über Serienmörder erstellte.
Der Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus, der auch als Profiler einer Mordkommission tätig war, zeigt in einem Interview mit PETA Deutschland e.V. auf, dass das Quälen von Tieren normalerweise aus einer Wut oder einem Ärger heraus entsteht, dem häufig schon in früher Kindheit Gewaltphantasien zugrunde liegen. „Es handelt sich dabei auch sehr häufig um kleinere Tiere, die als solche nicht sehr wehrhaft sind. Angehende Serienmörder versuchen an diesen Tieren ihre krankhaften Phantasien auszuspielen und bekommen dabei die ersten Eindrücke davon, wie sich Macht über andere (Lebewesen) anfühlt. Da sie selbst in ihrer Sichtweise immer die Unterdrückten sind, sehen sie hier eine erste Möglichkeit, straffrei (!) ihre geheimsten Wünsche zu realisieren. Das Quälen von Tieren stellt die erste Übungsphase dessen dar, was sich in den Köpfen der Täter erst zu entwickeln beginnt. Macht durch die Herrschaft über Leben und Tod eines Tieres ist dabei der Hauptantrieb. Dabei können die Tiere immer größer werden (Meerschweinchen, Hühner, Katzen, Hunde, Schafe, Pferde). In der Regel geschieht aber der Sprung zu menschlichen Opfern wie Kindern oder Prostituierten recht schnell. Dabei geht es immer um Macht. Diese Macht kann dazu dienen, Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erhalten (z.B. J. Bartsch) oder auch Selbstwerterhöhung (z.B. F. Gust) oder Rache an nicht direkt erreichbaren Menschen (z.B. der Mutter).“ Geschätzte 80 – 90 % der extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere misshandelt“, so Dr. Paulus.
„Ich bin überzeugt: Ein Kind, das nicht bereits in der Kindheit die Achtung und den Respekt gegenüber der Kreatur vermittelt bekommt, läuft selbst Gefahr, frühzeitig zu verrohen – auch gegenüber Mitmenschen“, so Alexander Hold, ehemaliger Staatsanwalt. „Jeder, der sich einmal daran gewöhnt hat, das Leben irgendeines Lebewesens als wertlos zu betrachten, läuft Gefahr, ebenfalls zu der Idee zu gelangen, dass menschliches Leben wertlos ist“, schrieb der Humanist Albert Schweitzer.
Deshalb ist eine zwingende Zusammenarbeit vonnöten, meint die Familientherapeutin Annegret Noble. „Denn wenn Kinder gezielt Tiere quälen, sollten Sozialarbeiter, Tierschutzbeauftragte und die Polizei miteinander kommunizieren, um diesen Kindern zu helfen. Entweder um sie vor der Gewalt, die sie vielleicht selbst erleben, zu bewahren oder um ihnen Alternativen anzubieten, bevor sich gewalttätige Verhaltensmuster festigen.“
Auch in Südtirol ist Gewalt an Tieren leider eine schreckliche Tatsache, ob durch Jugendliche oder Erwachsene. Allein in den letzten Wochen wurden in unserem Einzugsgebiet angeschossene und gesteinigte Katzen zur Anzeige gebracht und ein Pferd ist auf einer Koppel bei Brixen von Unbekannten so schwer am Gesäß und im Genitalbereich verletzt worden, dass es eingeschläfert werden musste (Tageszeitung  „Dolomiten“).
Gewalt an einzelnen Tieren, wie beispielsweise das Schießen mit einem Luftdruckgewehr auf Katzen oder Vögel oder wenn Kinder Insekten die Beinchen ausreisen, darf niemals als Lausbubenstreich abgetan und/oder verharmlost werden. Da Gewalt an Tieren „ein Signal für potenzielles antisoziales Verhalten ist, darf kein einzelner Fall weder von Gesetzgebern, Richtern, Psychiatern, Sozialarbeitern, Tierärzten, Polizei und anderen ignoriert werden, sagt Arnold Arluke, Ph.D. Professor der Soziologie, New York University. Bei jeder Tiermisshandlung sollten bei den zuständigen Behörden die Alarmglocken klingeln.
Solange jedoch Eltern, Lehrer und sogar das Gesetz Tierquälerei oft als Lappalie ansehen, müssen wir uns nicht wundern, wenn diese Tierquäler dann plötzlich gewalttätig gegen Menschen werden. Wer hingegen schon als Kind gelernt hat, dass Tiere unsere Freunde sind, dass man sie mit Respekt behandeln soll und dass sie Gefühle wie wir haben, der wird wohl kaum jemals ein Gewalttäter werden.

Quellen
www.peta.de.
www.vegetarismus.ch/svv.htm
http://www.agstg.ch/albatros-magazin-archiv.html Heft 31

Initiative Tierrechte Südtirol,
Die Initiative Tierrechte Südtirol wurde im Frühjahr 2011 ehrenamtlich von Evi Brugger, Karin Felderer und Christine Messner aus dem Raum Eisacktal gegründet.
Unser Hauptanliegen ist Informationen über Tierrechte und Ernährung zu vermitteln und dementsprechende Projekte umzusetzen.
Internetblog: tierrechtesuedtirol.wordpress.com
E-Mail: tierrechte@hotmail.com

Presseaussendung – Menschen die Tiere misshandeln 04.10.2012.pdf

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