Wir lassen sie verhungern


Auszug aus dem Interview:
Jean Ziegler, ehemals UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, spricht
im aktuellen bpb:magazin über den Hunger in der Welt, das Diktat der Großkonzerne und die „Waffen“ der Demokratie.

Politik ist das eine. Kann man auch als Verbraucher etwas tun?
Sehr viel sogar. Erstens keine gentechnisch veränderte Nahrung kaufen, weil das
die Finanzsklaverei für die Bauern bedeutet. Die müssen dann für die Aussaat
nächstes Jahr Lizenzgebühren bezahlen. Dann in Weltläden einkaufen, dank derer
der Produzent einen gerechten Preis erhält. Dann Vegetarier sein, wenn möglich.
Die Weltgetreideernte beträgt in normalen Zeiten zwei Milliarden Tonnen. Davon
gehen 500 Millionen Tonnen weg für die Intensivernährung von Schlachtvieh. Wer
wenig oder kein Fleisch isst, setzt Nahrung frei für Menschen. Viertens nur
saisonale Nahrung kaufen. Trauben aus Chile im Dezember in Berlin oder
Stuttgart zu kaufen, ist ein totaler Blödsinn. Man soll nur das kaufen, was in
der eigenen Region produziert wird, und nur dann, wenn es produziert wird.
https://www.bpb.de/dialog/145727/wir-lassen-sie-verhungern-interview-mit-jean-ziegler